Krisenkommunikation: Digital Natives bevorzugen Blogs

Bei jungen Stakeholdern wirken Krisenbotschaften besser über neue als über klassische Kommunikationsplattformen. Da die Zuschreibung von Glaubwürdigkeit elementar für das Gelingen von Krisenkommunikation ist, sollten PR-Praktiker sich bewusst sein, welche Kanäle ihre Zielgruppen bevorzugen.

Krisen fordern schnelles und zielgerichtetes Handeln

krisenkommunikation_blogs-punkten-mit-hoher glaubwuerdigkeit_finalUS-Wissenschaftler untersuchten in einem Experiment die Wahrnehmung von Krisenkommunikation auf verschiedenen Kanälen durch die Stakeholder. Ein Teil der Studienteilnehmer las die Stellungnahme eines fiktiven Getränkeherstellers in Form einer Pressemitteilung, während andere dieselbe Nachricht entweder in Form einer CEO-Rede, eines Corporate Blogs oder eines persönlichen CEO-Blogs lasen. Die Ergebnisse zeigen, dass Blogs in der Krisenkommunikation als glaubwürdiger wahrgenommen werden als die Pressemitteilung oder die Rede des CEOs. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den CEO-Blog oder den Unternehmensblog handelt. Allerdings fanden die Teilnehmer den Corporate Blog am kompetentesten. Überraschenderweise wurde der klassischen Pressemitteilung die geringste Kompetenz zugeschrieben.

Blogs als Alternative zur Pressemitteilung bei jungen Zielgruppen

Da es sich bei den Befragten um Studenten von ca. 22 Jahren handelte, sind die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf  die Gesamtbevölkerung übertragbar. Trotzdem sollten Praktiker über den Einsatz von Corporate Blogs auch als Alternative zu Pressemitteilungen nachdenken. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Stakeholder zu der Generation der Digital Natives gehören. Der narrative Erzählstil sowie die persönliche Ansprache in Blogs führen bei dieser Zielgruppe eher zu einer gelungenen Krisenkommunikation als die klassische Pressemitteilung.


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Auch in Krisen auf die einzelnen Stakeholder eingehen:
→ Blogs insbesondere bei jungen Zielgruppen zur Krisenkommunikation einsetzen!


Methode

  • Experimentelle Befragung mit 125 College-Studenten
  • Teilnehmer erhielten ein Statement eines fiktiven Konzerns zu einer fiktiven Krise: entweder in Form von einer Pressemitteilung, einer CEO-Rede, einem Corporate Blogs oder einem persönlichen CEO-Blog
  • Anschließend beurteilten die Teilnehmer verschiedene Aspekte der Nachricht

📖 Weiterlesen: Omilion-Hodges, L. M., Baker, C. R., &  Weaver-Petry, B. (2012). Understanding power in public relations in the age of digital natives and citizen journalists. PRism Online PR Journal, 9(2), hier abrufbar.